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2019

KC-Wochenende 27.-29.09.2019

Vom 27. bis 29.09.2019 trafen wir uns wieder zum jährlichen KC-Gemeinschaftswochenende im St. Floriansheim am Hohen Meißner.

Neben Erholung, Spielen und dem gemeinsamen Ausflug zum Wildpark Germerode stand auch wieder ein inhaltlicher Schwerpunkt auf dem Programm. Der Referent Fabian Schneider war eingeladen, um uns die Inhalte des Medienpädagogik-Workshops der Villa Lampe vorzustellen. In dieser Weise wird auch zahlreichen Schülerinnen und Schülern im Landkreis viel Wissenswertes zum Umgang mit Medien vermittelt. Die Förderung der Medienkompetenz ist eine Ergänzung zum Kursplan Medienkunde an Thüringer Schulen. Kindern und Jugendlichen sollen durch diesen Workshop Verhaltensregeln nahegebracht werden, die zum Schutz vor einer unsensiblen Nutzung des Internets dienen und die bestehenden Risiken minimieren können. Die Themen Datenschutz und Cybermobbing in sozialen Netzwerken sind zentrale Inhalte und betreffen jeden Nutzer, also uns und auch Schülerinnen und Schüler. Da einige unserer größeren Kinder bereits ihre Smartphones seit einiger Zeit besitzen und nutzen, waren die Inhalte dieses Präventionsprojektes für sie sehr interessant, aber auch wir als Eltern haben einiges dazu gelernt.

Eine von vier vorgestellten Apps ist der Nachrichtendienst WhatsApp. Herr Schneider schlug vor, dass für Klassengruppen gewisse Regeln aufgestellt und von allen Teilnehmern beachtet werden sollen, z.B. dass zwischen 20 Uhr und 6 Uhr keine Nachrichten versendet werden dürfen, damit alle die nötigen Pausen einhalten können. Um das allgemeine Kommunikationsverhalten in geregelten Bahnen zu halten, ist die Hinzunahme eines Elternteils in die Gruppe sinnvoll, damit Ausgrenzung oder Beleidigungen schnell erkannt werden. Es sollten auch keine fremden Schülerinnen und Schüler in der Klassengruppe sein und der Admin-Status darf nur wenigen gehören, z.B. dem/der Klassensprecher/in. Werden drei Mitglieder benannt, die auf Fragen immer antworten, sobald sich niemand anderes äußert, bleiben auch keine Fragen unbeantwortet.

Die KIM und JIM-Studien zeigen, dass 97% der Jugendlichen ein Smartphone besitzen und die meisten davon auch Dienste wie WhatsApp nutzen. Herr Schneider stellte uns auch Risiken bei der Nutzung von YouTube, Instagram und Snapchat vor. Es bestehe hoher Aufklärungsbedarf, weil beispielsweise über Snapchat mit der Snapmap und auch über dort verlinkte Portale wie Facebook die Ermittlung des Aufenthaltsortes oder die Kontaktaufnahme möglich ist, was eine Gefährdung für Kinder und Jugendliche sein kann, wenn Erwachsene sich als Jugendliche ausgeben und mit aufgebautem Vertrauen an persönliche Daten der Kinder gelangen. Mobbing ist hiermit auch möglich, besonders wenn Profile bewusst oder aus Unkenntnis als öffentlich eingestellt sind. Bilder und Telefonnummern sind dadurch nicht geschützt. Oft ist auch das Streben nach Beliebtheit ein Grund, das eigene Profil öffentlich einsehbar zu halten. Eine hohe Zahl an Freunden in sozialen Netzwerken dient oft als Messlatte für die Anerkennung oder das Ansehen. Ein unbedarftes Verhalten und häufig als öffentlich voreingestellte Profile fördern die Gefahren. Viele wissen nicht, welche Funktionen auch deaktivierbar sind, um einen besseren Persönlichkeitsschutz zu ermöglichen.

Weiterhin lernten wir, dass Produktplatzierungen gerade bei YouTube Einfluss auf junge Menschen nehmen und vielmals nicht altersgerechte Inhalte zugänglich sind. Es wird bei Snapchat versucht, eine ständige Nutzung dieses Portals zu erzwingen, damit die angesammelten Flammen nicht verloren gehen. Unbedenkliche Internetangebote für Kinder und Jugendliche hingegen sind klicksafe.de, handysektor.de oder spielbar.de

(And)